Interview mit Maria Wieser

Frau Wieser, Sie sind seit fünf Jahren in der München Klinik für den Geschäftsbereich Marketing & Kommunikation verantwortlich und künftig auch für den Bereich Fundraising. Seit 1. Januar 2020 ist die München Klinik eine gemeinnützige GmbH. Welche Veränderungen gehen damit einher?

Die Umwandlung der München Klinik in eine gGmbH ist ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen unserer Neuausrichtung und setzt ein deutliches Zeichen für die Daseinsvorsorge. Gewinnmaximierung war nie unser Ziel, sondern lediglich ein ausgeglichener Haushalt. Als Klinikverbund der Stadt München sind wir die Klinik für die Münchnerinnen und Münchner. Wir werden jenseits gewinnorientierter Überlegungen unserer Verantwortung als größter Gesundheitsversorger der Stadt gerecht. Darauf sind wir stolz. Und das kleine „g“ im Namen ist das sichtbare Signal nach außen.

Wird das Spenden für die München Klinik und die Kinderklinik München Schwabing nun leichter?

Die fehlende Gemeinnützigkeit hat in der Vergangenheit immer wieder Spenden erschwert und mit hohem administrativem Aufwand verbunden. Hier gab es für die GmbH steuerliche und satzungsbedingte Hürden. Mit der Anerkennung des Status der Gemeinnützigkeit als gGmbH ist es uns nun möglich, steuerbegünstigte Zuwendungen, die dem Satzungszweck dienen, anzunehmen und auch Spendenquittungen auszustellen. Die Stiftung Kinderklinik München Schwabing konnte als gemeinnützige Einrichtung schon jeher Spendenquittungen ausstellen.

Die Stiftung Kinderklinik München Schwabing engagiert sich ja schon seit einigen Jahren für zusätzliche Angebote für die Patientinnen und Patienten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderklinik München Schwabing. Welche Überschneidungen sehen Sie zwischen dem Fundraising der München Klinik und der Stiftung der Kinderklinik Schwabing?

Ich denke, wir haben die gleichen Ziele. Es gibt über die medizinisch-pflegerische Versorgung hinaus Herausforderungen, die vom Gesundheitssystem nicht refinanziert werden. Mit gezielten Spendenaktionen können Projekte unterstützt und vorangetrieben werden, die aktuell nicht refinanziert werden, aber einen Mehrwert für die Patientenversorgung darstellen. Wir freuen uns, dass die Stiftung Kinderklinik Schwabing zum Beispiel für den aktuell entstehenden Neubau in Schwabing Angebote für ein kindgerechtes Umfeld schafft, die weit über den üblichen Standard hinausgehen. Das Engagement für die Kinderklinik Schwabing sehen wir auch künftig bei der Stiftung, daran wollen wir nichts ändern. Die München Klinik ist ein Verbund aus vier großen Maximalversorgern und Europas größter Hautklinik. Es gibt neben der Kinder- und Jugendmedizin in Schwabing zahlreiche weitere medizinische Fachgebiete von Herzkreislauferkrankungen, über die Onkologie bis hin zur Geriatrie und Palliativmedizin, die wir unterstützen möchten. Hier können wir mit Hilfe von Spendengeldern besondere zusätzliche Versorgungsangebote für unsere Patientinnen und Patienten schaffen. . Auch unseren Beschäftigten wollen wir mit Hilfe von Spendengeldern zusätzliche Angebote zum Beispiel im Bereich Weiterbildung und Training machen.

Wie gestaltet sich in Zukunft konkret die Zusammenarbeit zwischen der München Klinik und der Stiftung Kinderklinik München Schwabing?

Wir haben uns in der Vergangenheit vor allem im Bereich Kommunikation gut und eng abgestimmt und das soll auch so bleiben. Ich bin mir sicher, dass sowohl Stiftung als auch die gGmbH von einem regelmäßigen Austausch profitieren. . Ich kann mir gut eine Art Jour Fix vorstellen, um geplante Projekte abzustimmen und Erfahrungen auszutauschen. Wir haben, wie schon erwähnt, die gleichen Ziele und wollen einen echten Mehrwert für Patientinnen und Patienten und Beschäftigte der München Klinik schaffen. Gemeinsam, denke ich, wird uns das noch besser gelingen. Spendenanfragen für die Kinderklinik Schwabing werden wir stets an die Stiftung Kinderklinik München Schwabing weitergegeben.

Vielen Dank für das Gespräch! Wir freuen uns sehr auf die zukünftige partnerschaftliche Zusammenarbeit zum Wohle unserer anvertrauten Patientinnen und Patienten und unserer sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!